Werke und Schriften - Editionsrichtlinien

// Editionsrichtlinien //

Zum Werk von Caroline de la Motte Fouqué gibt es keine Textausgabe, die heutigen Editionskriterien entspricht. Zwar gab es von Seiten der Autorin zu ihren Lebzeiten Bemühungen um eine Werkausgabe, aber diese sollten aufgrund schwieriger wirtschaftlicher Verhältnisse und einer abnehmenden Popularität der Autorin zu keinem Ergebnis führen. Erst im 20. Jahrhundert sollten einige Werke Caroline de la Motte Fouqués in Reprintausgaben erscheinen.[1] Dies schloss editorisch bestenfalls an die Nachdrucke ihrer Werke zu Lebzeiten an,[2] brachte aber außer einigen wissenschaftlichen Vorworten und Anmerkungen zum Werk keine neuen Erkenntnisse zutage, rückte nur einige Texte in den Blick der Literaturwissenschaft. Sicherlich gab die Beschäftigung mit Friedrich de la Motte Fouqué auch einen wichtigen Impuls, sich mit dem literarischen Werk seiner Frau auseinander zu setzen, zumal diese in dem Essay von Arno Schmidt immer als negative Projektionsfläche desavouiert wurde. Zu den ambitioniertesten editorischen Projekten in Bezug auf das schriftstellerische Werk Carolines gehört die von Petra Kabus als Herausgeberin verantwortete Reprintausgabe im Olms Verlag, die 2003 mit dem ersten Band an eine wissenschaftliche öffentlichkeit getreten ist.[3] Die Edition setzt damit allerdings nur ein Projekt in Druckform fort, was schon mit der ›Bibliothek der deutschen Literatur‹ begonnen wurde. Innerhalb dieser Reihe wurde im Verlag K. G. Saur eine Edition der Werke Caroline de la Motte Fouqués auf Microfiche vorgelegt, die die im Taschengoedeke[4] verzeichneten Werke nahezu komplett beinhaltet. Caroline de la Motte Fouqué ist dort mit über 30 Einträgen verzeichnet und ihre verstreuten Erzählungen lassen sich zum Teil auch in den ebenfalls systematisch verfilmten Jahrgängen einzelner Almanache und Taschenbücher auffinden.[5] Dem heutigen Leser stehen die Texte damit zwar theoretisch zur Verfügung, aber Wiedergabequalität, Schriftbild und Medium erlauben allenfalls dem Literaturwissenschaftler die Lektüre.